Chiang Mai

Chiang Mai Die Rose des Nordens

Chiang Mai (Thai: เชียงใหม่) ist die Hauptstadt der gleichnamigen 20.107,0 km² großen Provinz, die aufgrund ihrer einmaligen landschaftlichen Schönheit im Volksmund liebevoll Die Rose des Nordens genannt wird. Die Großstadt ist der beliebteste und kulturell wichtigste Knotenpunkt im Norden Thailands. In diesem idyllischen windgeschützten Flusstals des Flusses Mae Nam Ping kombiniert Chiang Mai eine äußerst urige Altstadt mit modernem Stadtteil und ruhigeren Gebieten, in denen eine Vielzahl Bergvölker wie die Akha, Karen, Lisu und Meo beheimatet sind.

Das heute wirtschaftliche Zentrum des Nordens war seit Ende des 12. Jahrhunderts die Hauptstadt des Königreiches Lan Na, dem Land der Millionen (Reis-)Felder. Die Stadt bewahrt sich bis heute seine authentische Geschichte und Kultur, die sich im täglichen Leben seiner Einwohner, den Gebräuchen und vor allem kulinarischen Besonderheiten widerspiegelt. Zahlreiche faszinierende antike Tempel verkörpern mit viel Liebe zum architektonischen Detail die lange und größtenteils unabhängige Geschichte. Viele der etwa 200 unverwechselbaren kulturgeschichtlichen Monumente befinden sich in der urigen Altstadt, die von einem Viereck aus der antiken Stadtmauer und einem parallel dazu verlaufenden Wassergraben umschlossen wird.

Im zauberhaften Umland der Stadt herrscht Natur pur mit traumhaften Berglandschaften, tropischen Wäldern und idyllischen Flüssen und Wasserfällen, die zu Exkursionen und Abenteuern einladen. Zwar gibt es dort ebenfalls zahlreiche Hotels und Resorts wie in der Innenstadt, doch gerade außerhalb der Innenstadt bezaubern gerade die kleineren Boutique-Resorts mit einmaligem Ambiente, Flair und persönlichem Service.

Chiang Mai, das Zentrum des thailändischen Kunsthandwerks

Bei Liebhabern von Kunst und Kunsthandwerk ist Chiang Mai weltweit bekannt und beliebt. Aus pfiffigen Ideen und leidenschaftlicher Kreativität entstehen kunstvolle Holzverarbeitungen, Schnitzereien und Textilprodukte, die überall in Chiang Mai bestaunt und erworben werden können. Ebenfalls beliebt und wichtige Zweige der Wirtschaft sind die zahlreichen Kunsterzeugnisse und Verzierungen aus Jade, Silber, Seide und Keramik.

Besonders auf dem Night Bazaar, dem beliebten Nachtmarkt, ist die Auswahl an Kunsthandwerksprodukten groß. Um die Abendzeit verkaufen hier Händler und Künstler der Bergvölker in bescheidenen Straßenbuden und vornehmen Boutiquen handwerkliche Souvenirs bis hin zu filigranen Meisterwerken.

Im Osten der Stadt befindet sich Bo Sang, ein Dorf der Kunsthandwerker, welche sich auf Papierverarbeitung und dessen berühmte thailändische Sonnenschirme spezialisiert haben. Knapp 5 km weiter östlich liegt die verkehrsreiche Straße San Kamphaeng, auch als Handicraft Highway bekannt. Kunstliebhaber können hier in stilvoll eingerichteten Ausstellungsräumen außerordentlichen und erwerbbaren Schmuck und Juwelen bestaunen. Mit gedämpftem Licht, umgeben von Aquarien und funkelnden Schmuckstücken herrscht in den Schmuckhäusern eine Atmosphäre wie in einer Schatzkammer voller Reichtümer.

Jahrhunderte thailändischer Geschichte hautnah erleben

Chiang Mai’s Sehenswürdigkeiten spiegeln den ganzen Stolz des Nordens wider. Viele gehören nicht nur zu den touristisch beliebtesten, sondern vor allem zu den bedeutsamsten und historisch wichtigsten thailändischer Kultur. Gerade in Chiang Mai werden kulturell Interessierte in der dort manifestierten Historie eine wahre Leidenschaft und Hingabe erkennen, die tief im buddhistischen Glauben verankert ist.

Von steinernen Löwen bewacht, steht der Wat Phra Singh Woramahawihan (kurz: Wat Phra Singh) im westlichen Teil der Altstadt am Ende der Hauptstraße von Chiang Mai, der Ratchadamnü Road. Er ist ein Königlicher Tempel Erster Klasse. So werden alte Tempel klassifiziert, die vom König entweder renoviert oder neu erbaut wurden. Das buddhistische Klostergebäude, wurde bereits in zwei großen Restaurierungen mit außerordentlich detaillierten Verzierungen aus Blattgold wieder zu altem Glanz gebracht wurde. Besonders beeindruckend ist dessen Dacharchitektur und die vielfältigen Wandmalereien im Innern der Grabstätte. Besonders wichtig für Chiang Mai’s Einwohner ist die Phra Phuttha Sihing, eine einzigartige Buddha-Statue im Tempel, die laut der Sage ihren Weg über Indian nach Chiang Mai fand. Jährlich wird sie zu großen Feierlichkeiten aus dem Tempel geführt.

Auf dem heiligen Berg Doi Suthep steht in vergoldeter Pracht die wohl bekannteste Tempelanlage von Chiang Mai – der Wat Phra That Doi Suthep (kurz: Wat Doi Suthep). Zwischen Geländern in Form des Schlangenwesens Phaya Naga, des Beschützers Buddhas, führt eine 304-stufige Treppe hinauf zur goldenen Pagode. Das 20 m hohe Monument wird anmutig von schützenden Mauerwerk umgeben und soll eine heilige Reliquie (heilige Überreste) Buddhas beherbergen. Eine Legende, die dem Tempel seine Bedeutsamkeit gab, besagt, dass im Jahr 1371 ein Mönch namens Sumana eine Reliquie Buddhas aus Sukhothai brachte, welche im nahegelegenen Wat Suan Dok verwahrt werden sollte. Wie es das Schicksal wollte, entzweite diese jedoch und so erschien es nicht verheissungsvoll, beide Teil am selben Ort zu verwahren. Man vertraute dem Schicksal und band den zweiten Teil auf den Rücken eines seltenen weißen Elefanten, der dessen Bestimmungsort finden sollte. Der Elefant fand seinen Weg drei Tage lang und drei Mal rastend den Hang des Berges Doi Suthep hinauf. Schließlich stoppte er auf einer Anhöhe, wo er kniend mit dreimaligem Trompeten ertönte. Kurz darauf verendete der weiße Elefant an dieser Stelle, womit er für die Mönche den zweifellosen Grundstein für die heute heilige Stätte des Wat Doi Suthep legte.

Die außerordentliche Welt der Bergvölker von Chiang Mai

Der berühmte Halsschmuck der Karen
Der berühmte Halsschmuck der Karen

Akha, Lisu, Mon, Karen, Lahu, Shan, Yao und viele weitere Zivilisationen sind in der Provinz Chiang Mai beheimatet. Etwa 15 unterschiedliche Stämme wanderten in den letzten 200 Jahren aus Myanmar, Südchina und Laos nach Thailand und bilden heute im bergigen Norden heterogene Stammesstrukturen mit über 500.000 Angehörigen. Die meisten Völkergruppen stammen ursprünglich aus dem tibetanischen Hochland und haben ihre eigene Kultur und Religion wie meist auch ihre eigene Sprache.

Mit zahlreichen Entwicklungsprojekten, umfassender Grundschulbildung und Landkultivierung setzt sich die Regierung und das Königshaus im thailändischen Norden für eine blühende Heimat aller Bergvölker ein. Das spiegelt sich auch in der Fingerfertigkeit ihres Kunsthandwerks wieder, dessen Pracht die Künstler nicht abgeneigt sind zu zeigen. So gehört die Herstellung ihrer liebevollen Kunstobjekte und ansehnlicher Kleidung zur Tradition und gleichzeitig zu ihrem Tagesgeschäft.

Ausgehtipps und Gastronomie in Chiang Mai

In der gesamten Region sind die Speiseangebote sehr vielseitig und bieten neben internationalen Gerichten viele traditionell nordthailändische Spezialitäten. Der gutbürgerliche Küche im Norden Thailands hebt sich je nach Restaurant vom Rest des Landes ab – sehr beliebt und schmackhaft, doch selten vertreten in südlicheren Touristengebieten.

Während eines Aufenthalts in Chiang Mai sollte man sich ein traditionelles Khan Tok-Abendessen nicht entgehen lassen. Meist verbunden mit einer Show klassischer Volkstänze, die früher nur äußerst geehrten Gästen dargeboten wurde, ist diese Lanna-Tradition heute ein abendlicher Genuss in echtem nördlichen Ambiente. Auf einem niedrigen Rundtisch werden in einem kleinen privaten Buffet viele verschiedene nordthailändische Köstlichkeiten serviert. In schöner Atmosphäre und im Freien bei angenehm kühler Nachtluft lässt sich so eine besondere Mischung aus nordthailändischer Kost und Kultur genießen wie in sonst keinem anderen Teil Thailands.

Klima und Wetter in Chiang Mai

Das nordthailändische Klima ist angenehm mild im Vergleich zum heißen Süden. Die heißeste Jahreszeit von März bis Mai gibt durchschnittlich 30 °C her, worauf von Juni bis Oktober die Regenzeit mit ca. 25 °C folgt. Ab November bis Februar wird es mit Temperaturen von 21 °C etwas kühler. Während der Tages- und Nachtzeit schwanken die Temperaturen, was trotz warmen Winden gerne mal 10-15 °C ausmachen kann.

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